Ich bin richtig sauer, könnte mich mal wieder in der Luft zerreißen.
Der Boshaftigkeit und dem Altersstarrsinn einiger Menschen ist mit normalen kommunikativen Mitteln nicht beizukommen.
Und die wundern sich am Ende noch, dass man sie ignoriert oder ihnen aus dem Weg geht?
Schachmatt
da war doch was heute Nacht
spürbar, doch unfassbar
nicht ausgeschlafen
schleicht Tag im Schneckentempo
sucht den einen Traum
aufgeschreckt und aufgescheucht
hält die Nacht den Tag in Griff
da war doch was heute Nacht
spürbar, doch unfassbar
nicht ausgeschlafen
schleicht Tag im Schneckentempo
sucht den einen Traum
aufgeschreckt und aufgescheucht
hält die Nacht den Tag in Griff
Manchmal möchte ich zornig werden
und meiner Wut Auslauf gewähren:
möchte gespornt und gestiefelt
mit den verstärkenden Stahlkappen
an den Fersen
auf deine Füße treten
damit du schmerzhaft kapierst
dass außer dir
noch andere Menschen
nach Beachtung und Zuwendung suchen.
Heute habe ich endlich die Ärmel hochgekrempelt und mit den längst fälligen Aufräumarbeiten begonnen. Entrümpeln, Aussortieren und neu Ordnen ist angesagt. Das im Augenblick unbewohnte Mädelzimmer soll umgestaltet werden .
Die Arbeit ist ätzend - wo kommt bloß der ganze Staub her - aber auch sehr befriedigend. Am Ende sehe ich, was ich getan habe ,und ich spüre die körperliche Anstrengung als gesunde Müdigkeit. Es freut michzu sehen, wie wohnlich es wird.
Gleichzeitig erlebe ich neu, wie befriedigend es ist, sich vom alten Ballast und den vielen überflüssigen Dingen zu befreien. Zugegeben, bei einigen Gegenständen musste ich schlucken.
Durch meine Krankheit ist viel liegen geblieben in den letzten zwei Jahren. Wie gut zu spüren, dass Kraft und Ausdauer wieder da sind.
Ich überschreite die Schwelle, bin in Bewegung und setze meine Reise fort.
Heute war nicht mein Tag. Dabei stand ich frohgemut und herrlich ausgeschlafen auf. Von Stunde zu Stunde verdüsterte sich meine Stimmung. Ich ärgere mich über mich selbst, fing Dinge an und bachte sie nicht zuende. Da war wieder diese Unruhe und das Gefühl festzustecken, nicht raus zu können aus den netzartigen Strukturen. Ich könnte das Netz zerreißen, aber was dann? Würde ich es schaffen, ohne Netz zu leben? Was würde ich mit der ganzen Freiheit anfangen, wenn ich sie plötzlich hätte? Sich selbst nimmt man doch überall mit hin.
Und ganz weit hinter allen ist eine Traurigkeit, die ich lieber nicht hinaus lassen möchte.
Ich beginne, Sonntage zu hassen.
Komisch, sobald ich verzweifle, weil ich mich leer fühle, so als seien alle Worte davongeschwommen und ausgegangen, baut sich eine neue Welle voller Silben auf, die am Seelenstrand langsam verebbt und vielgestaltige Fundstücke im Sand zurück lässt. Ganz zu schweigen, von den unzähligen Spuren, die andere Lebewesen dort hinterlassen.
Schnell füllt sich der verbliebene Raum wieder
Unterliegt eben alles den mondgesteuerten Gezeiten.
Zwischendurch gedacht 26
Ich habe in den letzten Tagen viel über die Liebe nachgedacht und darüber, ob
es tatsächlich sein kann, dass Hass der Gegenspieler von Liebe ist. Man sagt so
allgemein, Hass und Liebe liegen dicht neben einander.
Wovon sprechen wir, wenn wir den Begriff Liebe in den Mund nehmen? Von
der menschlichen Liebesfähigkeit oder von der universellen Liebe?
Die universelle Liebe stelle ich mir wie reines Licht vor, eine helle Macht,
die jeden Hauch von Schatten abstößt. Sie ist absolut, rein und edel. Hass hat
da keinen Platz - er ist der andere Pol, und seine Macht ist die absolute
Dunkelheit, jedes kleinste Licht wird verschluckt und absorbiert.
Menschliche Liebe kann nicht reines Licht sein, ebenso wenig kann menschlicher
Hass reine Dunkelheit sein.
Im menschlichen Sein ist diese Reinheit nicht möglich. Ich denke an
Ying&Yang: beides gehört untrennbar zusammen. Das Schwarz enthält einen
Flecken Weiß und das Weiße einen Flecken Schwarz. Und so trägt beides den Keim
des anderen in sich selbst.
vom 15.5.05
Ich denke über Grenzen nach, und wie
verschieden sie sein können. Manch einer braucht seine Grenzen eng, um
sich nicht verloren zu fühlen, wieder andere ertragen zu enge Grenzen
nicht. Was steckt sie in uns, wer entscheidet von außen, wo sie zu
liegen haben. Gern schauen die mit den engen Grenzen auf jene herab,
die etwas mehr Spielraum haben und umgekehrt. Es gibt Grauzonen und
Grenzübertretungen. Und es gibt den "Guten Geschmack" , über den sich
bekanntlich streiten läßt.
Über manche Grenzen sind sich die Menschen einig, Gesetze und Regeln
sollen ein friedliches Zusammenleben unter Menschen gewährleisten .
Aber auch da gibt es diffuse Bereiche. Wer entscheidet letztlich , was
falsch und was richtig ist?
Es gibt Menschen, die meinen die Wahrheit gepachtet zu haben. Sie
fühlen sich immer im Recht, unterscheiden genau, was richtig und was
falsch ist. Manchmal sind sie Besserwisser, die gern auf andere
herabschauen und sich in der eigenen aufgeplusterten Rechtschaffenheit
sonnen.
Jedes Gefühl und Verständnis für Strauchelnde, Unsichere und sich
Verirrende scheint ihnen abzugehen. Haben sie eigentlich Schwächen? Wo
nehmen sie diese Sicherheit her? Manchmal bewundere ich sie um diese
Sicherheit, bin ich doch selbst nur ein schwacher Mensch mit Fehlern
und kleinen Verrücktheiten.
Andere haben einen klaren Blick, und ihr angeborenes Taktgefühl weist
ihnen einen guten Weg. Nicht Besserwisserei ist es, was sie leitet,
sondern der Blick auf eine Gemeinschaft, in der ungeschriebene Regeln
gelten, und wo auf die verschiedensten Empfindlichkeiten Rücksicht
genommen werden sollte, und sie trauen sich auch noch, zu sagen, was
sie denken. Sie sind mutig. Ohne diese couragierten Frühwarner könnte
kein wie immer auch geartetes Gemeinwesen funktionieren
Manche Grenzen akzeptiere ich, aber andere will ich nicht einfach so
hinnehmen, stell sie in Frage, rebelliere und kämpfe. Wenn es um mich
selbst geht, und ich niemanden schade, nehme ich mir das Recht heraus,
meine Grenzen immer wieder neu auszuloten. Die blauen Flecken und
Wunden, die ich mir dabei manchmal zuziehe, nehme ich gerne in Kauf.
Sie sind der Preis für mehr Freiheit.
Die wirklichen Grenzen setzt das Leben mir schon ganz von selbst.
Was wohl wäre, wenn wir mehr schweigen würden, statt immerzu alles ausplaudern, uns mitzuteilen oder zu zerreden ? Gelingt es dem, der schweigt, besser bei sich zu bleiben. Liegt im Verstummen ein Mehr oder ein Weniger? Ist es Bereichung oder Verarmung.
Was, wenn Lippen versiegelt wären, könnten wir Gefühle dann besser spüren und innere Regungen besser wahrnehmen?
Es wäre stiller in der Welt, vielleicht auch ehrlicher, denn ohne die Worte bleibt nur die nonverbale Sprache.
Eine Weile wenigstens wünschte ich mir die Stille der Wüste oder das Schweigen in einer Mönchszelle.
Ich
finde es gar nicht schlimm, dass wir einen inneren Apothekenschrank mit
vielen, vielen Schubladen besitzen, indem alles, was uns begegnet, was
wir erfahren, fühlen, spüren und lernen erst einmal grob einsortiert
wird. Irgendwo müssen wir all das verstauen. Schichten wir alles
übereinander, finden wir nichts wieder. Zum Problem wird es erst, wenn
die Schubladen nicht mehr geöffnet werden, wenn sie einrosten, oder die
Schlüssel verschwinden; kurz und gut: wenn nicht immer mal wieder
gelüftet, gesichtet, ausgetauscht, weggeschmissen oder unter anderen
Blickwinkeln neu sortiert wird.
Und ich bin ganz sicher: in jedem Apothekenschrank sieht es völlig anders aus. 
Ich selbst bin ebenfalls ein alter Apothekenschrank mit vielen
Schubladen. Er sieht nur äußerlich aus, wie all die anderen. Mein
Innenleben kann von außen keiner so genau sehen, es sei denn, ich öffne
freiwillig eine Schublade nach der anderen. Und selbst dann: ist das,
was du siehst wirklich das, was es ist? So eindeutig und einfach ist
das nie. Nicht alle Schubladen öffne ich freiwillig. Manchmal springt
eine auf, ohne dass ich das wollte und gibt ihr Geheimnis preis. Dann
schäme ich mich, oder ich lache mich selbst aus oder ich schließe ganz
schnell wieder ab und tausche im Geheimen den Inhalt aus.
Schließlich sind es meine Angelegenheiten, und ich entscheide, wem ich was von mir preisgebe.
herzlos erscheinst du
wer hat nur dein herz geklaut
mich friert nah bei dir
für eine viertelweile
will ich uns liebend wärmen
@ngie
was für ein schöner tag - den spuren der stadt ohne
ziel gefolgt, nahmen graue wolken melancholisch das grelle weg - noch
stehen stühle und tische in biergärten bereit, gähnende leere, wohin
man sieht - so entspannt und ohne druck bin ich lange nicht der riesin
gefolgt - hinschauen, all die kleinen details - verfallene schönheit
alter stadthäuser mit den prunkvollen fassaden - die lauschigen plätze
vor innerstädtischen kirchen und spätherbst schon jetzt am stadtkanal:
das laub der kastanienallee ist trocken und spärlich geworden - ein
herber duft bleibt und dieses unvergleichlich rostrote licht - aber
keine glatte frucht fand ich für die jackentaschen - auch sommer noch
im park : in den aufgestellten strandkörben, blauweiß, lässt es sich
träumen - leise musik, gedämpfte stimmen und spielende kinder - alles
gemächlich und ohne hast.
ich fand dich
am rande der zeit
dort
wo himmel und erde sich wiegen
im verschmelzendem kuss
zwischen grauen schleiern
öffnet sich eine tür
worte
so bunt wie die welt
verbreiteten ihr licht
mit den wellen
uralter meere
@ngie
manchmal ist das leben wie ein langanhaltender geburtstag - viele bunte
päckchen liegen auf dem tisch- ich greife hinein - das blaue soll es sein, das
mit der lilagepunkteten schleife und dem aufgeklebten goldenem herz: vorsichtig
öffne ich die schleife - möchte die hübsche dekoration nicht beschädigen -
deshalb bin ich besonders achtsam und sehr konzentriert, - schließlich hat sich
jemand mit dem verpacken viel mühe gegeben - ein stück zuneigung liegt darin -
ich fühle sie und bin im gedanken dem schenkenden sehr nah, obwohl ich ja noch
nicht weiß, was im päckchen verborgen liegt, aber ist das überhaupt so wichtig?
da hat jemand an mich gedacht - er hat versucht herauszufinden, was mir freude
bereiten könnte – allein das ist wertvoll? ich packe weiter aus - zum vorschein
kommt eine mit bunten blumen und engeln bemaltes kistchen - ich öffne den
deckel und erschrecke:
ein springteufel fährt mir ins gesicht
zeitschleife
aus der zeit gefallen
wird schon wieder herbst
wo ist das jahr geblieben
neben der spur ist die erde
gerillt
zwischen zeitlose sekunden
fällt es sich tief
wer wird mich finden im nichts
auf laubbedeckten wegen
tasten füße nach wurzeln
und das licht
unglaublich
lässt die ewigkeit ahnen
wo bist du geblieben
in zeitzentrifugen
nur ein kurzer moment
von seelenberührung bleibt
unvergessen